Meine Lieben Freunde der Musik,

diese Mail geht an alle ersten Vorsitzenden der von mir betreuten Vereine. Ich grüße Euch herzlich und wünsche ein ergfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2021.

Nachdem wir ja bekanntermaßen das letzte Jahr in Sachen Auftritte und Proben in „die Tonne kloppen“ können, möchte ich allerdings auf einige wichtige gute Erfahrungen hinweisen, die ich trotzdem habe machen können.
Wie euch ja bekannt ist, habe ich im Spätsommer ein Dossier angefertigt und mit den Vorständen besprochen, wie sich musikschaffende Vereine für die Zukunft rüsten sollten, vor allem in Bezug auf Internetpräsenz, Mitgliederwerbung und allgemeine Außenwirkung. Ich spreche allen Beteiligten meinen Dank für die große Überzeugungskraft aus, die sie auf ihren Verein haben Wirken lassen. Als herausragend beurteile ich die 100%ige (!) beteiligung eines meiner Männerchöre, die mit diesem Einsatz großes Vertrauen und Tatendrang bewiesen haben. Die Arbeit an den Audio- und Videoprojekten war zeitintensiv, aber äußerst lehrreich und hat großen Spaß gemacht. Außerdem hat sie mir teilweise gestattet, dank der vielen Einzeltermine, einige meiner Schützlinge trotz Lockdown wiedersehen zu können. So wie die Produkte an die Vereine ausgehändigt waren, überschlugen sich die Reaktionen. Einhellig sprach man von qualitativer Überagenheit und von einem großen Gefühl der solidarität. Man vermisse das gemeinsame musizieren und die Gegenwart der anderen. Ich freue mich, dass wir über diesen Weg zumindest einen Ersatz gefundfen haben, das Musizieren „im Geiste vereint“ zu ermöglichen und dennoch am Ende ein gemeinsames Gesamtkunstwerk zu sehen, bei dem alle Teilnehmer ihr persönliches Erfolgserlebnis genießen können. Ich selbst bin auch fachlich sehr zufrieden für’s erste Mal!

Mit Freude kann ich zudem berichten, dass die daraufhin von allen ausgeführte „Internet-Aktion“ als voller Erfolg zu bewerten ist. Zwei der von mir empfohlenen Facebook-Seiten für die Vereine durfte ich selbst mitgestalten und erhielt daher interessante Einblicke in die Werbewirksamkeit:

Jeder online vertretende Verein hat tausende Personen online mit der neuen Idee erreicht.
– ein Verein erreichte mit seinen Beiträgen über 10000 Personen innerhalb zwei Wochen, davon hatten über 8%, also mehr als 800 sich das Videomaterial und die Fotos auch angesehen, sie bewertet oder sogar weiter verlinkt.
(unter „erreicht“ scheint laut Facebook zu fallen, wenn Personen die betreffenden Beiträge für min. 3 Sekunden überflogen haben – vedrgleichbar mit der werbewirksamkeit eines Flyers)

Wenn wir von diesem Beispiel ausgehen, dürfen wir hoffen, mit unserem musikalischen Schaffen in wenigen Tagen tausende Leute zu erreichen, von denen sich theoretisch immer noch hunderte tatsächlich näher für den Beitrag interessieren!
Wenn beispielsweise 800 Personen ein gut produziertes Lied samt bewegten Bildern anschauen, hätte man für die gleiche Wirkung 2 Turnhallen füllen müssen, samt Miete, Bestuhlung, etc…

Von den übrigen Vereinen kamen ähnlich positive Rückmeldungen: So knackte ein Video bereits über Nacht die 5000-Personen-Grenze. Also dürften laut meiner vorläufigen Statistik ca 400 Personen den Beitrag gesehen haben. Teilweise wurde das neue Format genutzt, um unsere „Fans“ persönlich mit einer kurzen Ansprache zu begrüßen und so darauf hinzuweisen, dass wir immer noch musizieren, oder auch um den Zuschauern eine besinnliche Zeit und ein gutes neues Jahr zu wünschen.
Auch sind rasch Meldungen bei mir eingegangen, dass durch Facebook überhaupt erst einige Interessenten auf den Verein aufmerksam geworden sind, verbunden mit der Anfrage, mit proben zu dürfen, sobald es wieder möglich ist.

Nach diesem Bericht möchte ich feststellen, dass ich trotz der eingangs erwähnten „Tonne 2020“ mehr Licht für die Zukunft sehe, als jemals zuvor! Wir haben unter Beweis gestellt, dass mit zeitgemäßen Methoden die Reichweite der gemeinsamen musikalischen Arbeit um ein vielfaches höher ausfällt, als sie es viele Jahre zu sein schien. Ob die erwähnten Interessenten auch tatsächlich Konzerte besuchen, ist natürlich noch nicht erwiesen. Trotzdem gibt es viele Hinweise, die den Sinn meiner sommerlichen Überlegungen belegen. Meine Erwartungen sind diesbezüglich so stark bestätigt worden, dass ich auch mit Wirkung für die Zukunft – also nach Corona – empfehlen möchte, an dieser neuen Art der Werbung fest zu halten. In einer dafür ausgelegten Video-Botschaft, möchte ich unsere lieben Vereinsmitglieder auf ein ereignisreiches neues Jahr einstimmen und für die gute Beteiligung (im Schnitt um die 70%) loben. Nachdem auch die übrigen Sänger und Musiker sich die Ergebnisse hoffentlich selbst ansehen, bzw. anhören konnten, möchte ich anregen, dass beim nächsten Mal möglichst ALLE sich auf das Neuland begeben, um Teil eines großen Ganzen zu werden. Technische Hürden sind ja bekanntermaßen in Zukunft ausgeschlossen, da ich extra für diesen Zweck Audio- und Video-Geräte für ein kleines „Reise-Studio“ angeschafft habe, welche sich schon im Einsatz für mehr als 60 Personen bewährt haben.
Die damit verbundene Mehr-Arbeit habe ich gerne in Kauf genommen – ich als Freiberufler drücke Euch meinen Dank aus, dass ich viele Stunden Arbeit erledigen durfte, um so nicht in ein tiefes finanzielles Loch abrutschen zu müssen.

Meine Vorschläge für das neue Jahr werden daher noch konkreter: Mehr Internetpräsenz, mehr alternative Auftritte in der Öffentlichkeit als Ergänzung zum traditionellen Konzert-Aufbau (besonders unter freiem Himmel), „Sprengung“ des üblichen Jahresablaufes, mehr digitale Zusammenarbeit – da ich von der Effizienz der eigenen Probe zu Hause sehr überzeugt bin. Die Verwendung der Proben-Cd werde ich daher noch mehr als üblich zum Zentrum unserer Bemühungen erklären. Den sozialen Aspekt der herkömmlichen Probe möchte ich dabei trotzdem nicht in Zweifel ziehen, da viele die Anwesenheit der anderen ausdrücklich vermissen – aber die Probe in Zukunft immer gut vorbereitet zu besuchen wäre dann das neue erklärte Ideal (gezielte Vorbereitung). Proben unter der Bedingung, dass sie „nur“ als Anwesenheits-Workshop fungieren, bei dem man seine Noten erst lernt, möchte ich sehr gerne abschaffen. Bei diesen Zielen ist natürlich noch manch langer Weg zu beschreiten. Daher hoffe ich auf eure Unterstützung und Vermittlung bei unseren lieben Hobby-Musikern.

In einem persönlichen Telefonat würde ich gerne, falls noch Fragen oder Anregungen aufkommen, den Inhalt dieser Mail und der kommenden der Videobotschaft mit euch besprechen. Auch eine spätere Konferenz per Telefon oder Internet wäre eine gute Maßnahme. Lasst uns das neue Jahr anpacken!

Bis dahin verbleibe ich euer zuversichtlicher

Christian